Prognose zur Entwicklung der Hypothekenzinsen

Regelmäßig werden wir gefragt, wie die Hypothekenzinsen sich in Zukunft entwickeln. Wir geben dann immer gerne unser bei den Finanzierungsfachleuten erlangtes Fachwissen weiter. Die teilen uns nämlich ebenso regelmäßig mit: „Es gibt zwei Möglichkeiten: die Zinsen steigen oder fallen“. Okay, ist Spaß. Tendenziell rechnen die Finanzierer mit weiter niedrigen Zinsen – raten aber bei einem Finanzierungsbedarf in den nächsten 3 Monaten dazu, jetzt noch zügig eine Finanzierung abzuschließen (Umsatz, Umsatz, Umsatz… ).

 

Wir meinen:

Zuallererst zählt die Qualität der Immobilie und deren Preis. Es macht keinen Sinn und kommt einem Glücksspiel gleich, eine zweit- oder drittklassige Immobilie zu kaufen, nur um sich die günstigen Zinsen zu sichern. Eine noch so günstige Finanzierung kann eine teuer eingekaufte Immobilie niemals wettmachen. Rechnet man damit, eine Immobilie in den nächsten 5 Jahren mindestens zu 50% abzuzahlen (z.B. zukünftiger Verkauf einer anderen Immobilie, Erbschaft, sonstige höhere Einnahmen), sollte man trotzdem keine langfristige Finanzierung  eingehen und stattdessen für 5 Jahre niedrige Zinsen sichern .Selbst wenn die Zinsen danach steigen, ist es günstiger, dann nochmal eine 5 jährige Anschlussfinanzierung mit einem geringeren Betrag abzuschließen. So schnell und dramatisch werden die Zinsen in den nächsten Jahren sicherlich nicht steigen – und wenn doch, dann ist Deutschland wahrscheinlich kurz vor dem Bankrott – und in dem Fall werden auch Immobilienbesitzer in irgendeiner Form vom Finanzamt zur Kasse gebeten.

Angestellte mit kleinem bis mittlerem Einkommen, die weder mit einem Umzug noch mit einem Wiederverkauf der Immobilie rechnen und auch finanziell keine größeren Einnahmen oder Sprünge erwarten, könnten auch ruhig eine Finanzierung über 20 oder 30 Jahre abschließen – denn nach 10 Jahren hat man sowieso ein gesetzliches Sonderkündigungsrecht, und so kann man beruhigt auf lange Zeit die Immobilie bewohnen, ohne sich Gedanken über Immobilienpreisentwicklung oder Zinsänderungen machen zu müssen.

Setzen Sie niemals Ihr ganzes Eigenkapital ein und beachten Sie: Die Immobilie sollte im schlechtesten aller Fälle in der Lage sein, bei Vermietung die Zinsen plus Tilgung plus Rücklagen abdecken zu können – und auf das eingesetzte Eigenkapital immer noch mindestens 3,5% – 4% Rendite abwerfen. Damit wäre man im schlimmsten Fall auch nicht zu einem Verkauf gezwungen.

Am Ende sind die Zinsen tatsächlich „fast“ egal. Sind die Zinsen niedrig, sind die Immobilienpreise auch entsprechend hoch – sind die Zinsen hoch, fallen die Immobilienpreise oder stagnieren. Man sollte sich nie von Zinsen blenden lassen – viel wichtiger sind die Gesamtrechnung und das Verhältnis von Kaufpreis, möglichen Mieteinnahmen und Eigenkapital in Verbindung mit den Finanzierungszinsen, die einem persönlich von der Bank in der jeweiligen Situation angeboten werden. Auch sollte man die demographische Entwicklung und die Prognosen für den jeweiligen Wohnort oder das jeweilige Viertel studieren.

Abschließend wünschen wir Ihnen ein sonniges und erholsames Pfingstfest im Kreise Ihrer Lieben!

Kay Lüneburg & Team

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